| Review: Camel Audio - CamelPhat 3 |
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| Plug-in Reviews | |||
| Geschrieben von: Kristian Sell / PI-Redaktion | |||
| Dienstag, 29. Juni 2010 um 09:24 Uhr | |||
CamelPhat 3 – mehr “phatness” für den SoundMit dem CamelPhat hat Camel Audio ein weiteres Multi-Effekt-Plugin auf den Markt gebracht. Es dient als „phattening processor“ und soll insbesonders bei Drums, Gitarre und Bass laut Hersteller für Wunder sorgen. Dabei werden dem Sound „warmth, punch and presence“ hinzugefügt.Wie schon der CamelSpace (siehe Review hier bei PlugIndex) besteht auch CamelPhat aus mehreren Einzeleffekten, die in einem speziellen Signalfluß angeordnet sind. (Interessant: alle Effekte können auch einzeln abgeschaltet werden.) Zunächst gibt es einen BandPass (BP) Filter, der mit zwei großen Reglern eingestellt werden kann. Er lässt nur Frequenzen innerhalb des eingestellten Bereichs durch. Zusätzlich kann noch für jeden Regler eine Resonanz eingestellt werden. Ein interessantes Feature ist der Knopf „BR Mix“ (Band Reject Mix). Hier wird ein Teil des Signals direkt zum Ausgang durchgeschleift. So kann man zum einen bestimmten Frequenzbereich herausfiltern (BR Mix auf Anschlag links) oder das Original-Signal mit den Effekten verstärken und veredeln (BR Mix auf Anschlag rechts). Leider ist nirgendwo angegeben mit welcher Ordnung von Filter hier gearbeitet wird. Vermutlich handelt es sich um einen Filter 2-ter Ordnung, der die Frequenz mit -24dB abschneidet. Dementsprechend kann man die Filter-Ordnung auch nicht einstellen. Als nächster Effekt im Signalfluß folgt die Distortion-Unit, die vier Typen von Verzerrungen bietet: „bit crusher“ (sehr digital), „mech“ und „tube“ (beide eher warm, analog, wobei mech ein bisschen härter ist) und „xcita“ (bringt eine helle, harmonische Verzerrung in die höheren Frequenzen).Anschließend geht’s in den MM Filter. Als Filtertypen gibt es hier (ähnlich wie beim CamelSpace) LowPass, BandPass, HighPadd, LowPass Fat, BandPass Fat, HighPass Fat, Peaking, Notch, Comb und RingMod. Für jeden Typ lassen sich Parameter wie Attack, Release und Environment festlegen. Wie für jeden Filter gibt es außerdem Cutoff, Resonance und den Mix Regler.Ein Flanger darf auch hier nicht fehlen. Für ihn lassen sich nur Amount und die Rate einstellen. Das genügt aber um ein sinnvolles Flanging zu erzeugen. Der Magic EQ ist ein spezieller Equalizer mit analog-typischer Soft-Saturation. Er bringt extra Druck in die tiefen Frequenzen, wodurch er speziell für Kickdrums, Toms oder Bass geeignet ist. Mit Amount und Tune lässt sich die Stärke und der Frequenzbereich des EQs einstellen. Wichtig hier: der kleine „P“ Knopf, der den Effekt in den „Phat“ Modus schaltet. Hierdurch wird der Sound „phat“-er, aber es können kleine Verzerrungen auftreten. Also eher sinnvoll einzusetzen bei Drums. Als letzter Effekt taucht der Compressor auf. Es setzt den dynamischen Bereich herab, in dem das Signal komprimiert wird. Dadurch entsteht ein subjektive „Loudness“ bei gleicher relativer Lautstärke. Mit Amount und Release lässt sich der Effekt auf die eigenen Bedürfnisse einstellen. Ein weiteres Feature vom CamelPhat ist der X/Y-Controller, der einem direkt ins Auge fällt. Hier lassen sich zwei Parameter für X und Y wählen, die dann per Maus direkt gesteuert werden können. Direkt über dem X/Y-Controller befindet sich der Preset-Browser, mit dem man recht unproblematisch die vorhandenen 128 Presets (verteilt auf 4 Bänke) durchsuchen kann. Die Presets sind sehr abwechslungsreich, von guter Qualität und bieten einen gelungenen Eindruck, was der CamelPhat alles leisten kann. Die Presets sind dabei durch voranstehende Abkürzungen wie DRM, SYN, INS, MIX, RYM und GTR schnell einzuordnen. Eine weitere Besonderheit ist der LFO (low frequency oscillator). Hier kann man zwei der vielen Parameter passend zur Geschwindigkeit (oder auch frei) modulieren lassen. In dem Screenshot ist z.B. gerade die MasterVolume mit einer RampDown Modulation ausgewählt. Kombiniert man hier die richtigen Parameter, lassen sich sehr interessante Effekte erzielen. Das beweisen auch die vorhandenen Presets, die vom LFO viel Gebrauch machen. Ein weiteres Highlight ist die Randomize-Funktion, die dank des großen Knopfes oben nicht zu übersehen ist. Mit einem Klick werden neue Effekt-Kombinationen erstellt, die jedoch nicht komplett zufällig sind. Hier ist, wie auch beim CamelSpace, eine „intelligente“ Routine am Werk, die nur Einstellungen erlaubt, welche sinnvolle Effekte erzeugen. Wie das genau funktioniert, ist auch hier dem Handbuch leider nicht zu entnehmen. Wie bei CamelAudio üblich, haben die meisten der Parameter (auch der X/Y-Controller) eine MIDI Learn Funktion und lassen sich somit sehr einfach auf einen vorhandenen Hardware-Controller einstellen. Diese erreicht man durch einen rechten Mausklick auf den Knopf. Dort lassen sich übrigens auch das Verhalten der Knöpfe ändern: soll die Drehung des Knopfs linear ablaufen oder soll sie zirkular sein? Hier kann man es auswählen. Ein sinnvolles Detail, wie ich finde. Generell ist die Oberfläche vom CamelPhat sehr übersichtlich aufgebaut und intuitiv zu bedienen. Dreht man an einem Regler, so wird der aktuelle Wert des Reglers in dem kleinen „Value Readout“ Kasten (wo sonst der Preset-Name steht) eingeblendet. Dadurch lassen sich auch sehr exakte Einstellungen machen. Die folgende Sound-Demo zeigt hoffentlich, wie vielfältig die Effektmöglichkeiten vom CamelPhat sind. Hierzu wird ein Drumloop zunächst im Original gespielt, anschließend mit wechselnden Presets, die aus der CamelPhat-Bibliothek stammen.
Fazit: CamelPhat kann in jedem Projekt seinen Platz finden. Bei der Anwendung auf Drums kann es mit der richtigen Einstellung Wunder wirken und sowohl den Feinschliff oder auch ausgefallenere Effekte liefern. Für Gitarre und Bass liefert er eher zusätzliche Nuancen für den Sound. Aber auch auf Pads, Leads oder Keys angewendet ergeben sich interessante Möglichkeiten. Die Bedienung ist sehr intuitiv, die Oberfläche gut aufgebaut und die klanglichen Features sind sehr gut. Alles in allem: ein Top-Plugin! Pro: Contra:
PC Pentium III, Windows ME/2000/XP Mac Intel or G4 (Universal Binary), Mac OS X 10.3.9 or later, VST/Audio Units Preis(e): 77€ (Download-Version) Link: Camel Audio Produktlink: CamelPhat
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