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Review: NI - EVOLVE MUTATIONS 2 PDF Drucken E-Mail
Plug-in Reviews
Geschrieben von: S.Hinrichsen / PI-Redaktion
Freitag, 25. Juni 2010 um 07:34 Uhr

NIMutations2.jpg

Im Dezember 2009 stellten wir bereits EVOLVE MUTATIONS von Native Instruments vor, welches in Kooperation mit dem renommierten Sounddesign-Haus Heavyocity entstand. Im März diesen Jahres veröffentlichte man dann den Nachfolger bzw. die Ergänzung EVOLVE MUTATIONS 2.

EVOLVE MUTATIONS 2 ist ein Software-Instrument auf Basis des KONTAKT PLAYERs und für professionelles Film- und Game-Scoring geeignet. Es bietet ein großes, praxisnahes Arsenal an ausdrucksstarken Instrumentallängen, Rhythmen und Spezialeffekten, für spektakuläre Akzente in Soundtracks und ähnlichen dramatischen Musikstilistiken.

Die Library:

Über 300 Sounds in einer 2GB großen Sample-Library werden hier mitgeliefert. Die Klänge sind in vier Kategorien sortiert, die alle wichtigen Elemente für ausdrucksstarke Scores enthalten: "Rhythmic Suites" mit mitreissenden Instrumental- und Percussion-Loops, "Percussive Kits" zum Erstellen von eigenen Rhythmusspuren; "Stings & Transitions" zur Unterstützung einer Komposition mit spannungserzeugenden und aufrüttelnden Übergängen sowie "Tonality & FX" mit einer Auswahl an ausdrucksstarken Instrumental- und Effekt-Sounds.

Neue Funktion – Trigger FX:

Mit EVOLVE MUTATIONS 2 kommt außerdem die neue "Trigger FX"-Sektion, die vielseitige Klangmanipulationsmöglichkeiten bietet. Alle Tasten einer bestimmten Oktave auf der Tastatur sind hier mit bestimmten Effekt-Treatments wie Verzerrung, Panning, Delay-Effekte und ähnlichen Algorithmen belegt, die spontan per Tastendruck aktiviert und kombiniert werden können, um spektakuläre Effekte und Übergänge zu erzeugen.

Die Installation:

Wir erhielten Evolve Mutations als Download-Produkt. Hierzu mussten ca. 2GB vom Server Native Instruments für jeweils Mac und PC heruntergeladen werden. Da der Downloadserver recht gut angebunden schien, war es mit einem normalen ADSL-Anschluss (hier ca. 13Mbit, ADSL2+) eine Sache von nicht einmal einer Stunde (Pakete brauchen mind. 24 Stunden...).

Die Installation verlief, wie immer bei Native Instruments, schnell und unproblematisch. Wie auch schon beim Review für EVOLVE MUTATIONS kam der nun ca. 2 Jahre alte Apple iMac mit 2,4GHz Intel Core2Duo und 4GB RAM zum Zuge. Auch EVOLVE MUTATIONS 2 ließ sich in beiden KONTAKT-Versionen, sowohl standalone als auch als Plugin, ohne Probleme und performant betreiben.

Die Praxis:

EVOLVE MUTATIONS 2 bietet intuitive Abspiel- und Klangformungsmöglichkeiten innerhalb der kostenlosen KONTAKT PLAYER-Software, und kann außerdem zur detaillierten Klangbearbeitung in den professionellen KONTAKT 4-Sampler geladen werden.

Die Ladezeiten von einzelnen Instrumenten sind auch wie bei der ersten Library ziemlich kurz. Multis benötigen ein paar Sekunden, was aber dem Umfang an gleichzeitig geladenen Instrumenten geschuldet ist. Auch im zweiten Teil der EVOLVE-Serie gibt es selbst bei einem komplett gespielten Multi nur normale CPU-Auslastung im grünen Bereich und gut auf beide Kerne verteilt.

EVOLVE MUTATIONS 2 enthält auch wieder vier Hauptkategorien, deren Sounds sich mit Hilfe des in KONTAKT integrierten Browsers finden lassen:

Rhythmic Suites

 

RHYTHMIC.jpg

Bild: Rhythmic Suites

 

Hier finden sich 222 geslicete, rhythmische Loops unterteilt in perkussive und tonale Loops.

Die Loops sind dank intuitivem Key-Mapping gut verteilt und so lassen sich nur mit z.B. einer MIDI-Tastatur schnell ordentliche Grooves als Basis für den Soundtrack erzeugen.

Percussive Kits

 

PERCUSSIVE.jpg

Bild: Percussive Kits

 

Elf Drumkits haben in diesem KONTAKT-Modul ihren Platz gefunden. Sie ergänzen sich ideal mit den anderen Kategorien, insbesondere den Rhythmic Suites. Aber auch alleine können diese Sounds überzeugen. So ist mancher metallischer Anschlag, oder elektronisch und knackig veredelte Akustikdrums mit dabei, die man als Sounddesigner schon immer haben wollte.

Stings & Transitions

 

STINGS.jpg

Bild: Stings & Transitions

 

Lange, sich entwickelnde Hits und Hits, aber auch Überraschungs- bzw. Schock-Elemente sind hier zu finden um dem Track die nötige Identität zu geben. Sie geben dem Soundtrack diverse Stimmungen von atmosphärisch und chillig, über wuchtig und potent, bis zum gruseligen Gänsehaut-Faktor ist mit den Stings und Transitions alles möglich. Anspieltip: „Stings Ghostly Rips“ und/oder „Stings Inner Turmoil Menu“ im abgedunkelten Raum, mit etwas erhöhter Lautstärke angespielt: Kopfkino pur mit „Schauer-über-den-Rücken-Garantie“!

Tonality & FX

 

TONALITY.jpg

Bild: Tonality & FX

 

Diese Kategorie ist wieder in zwei Unterkategorien unterteilt. In „Melodic“ finden sich, wie der Name schon vermuten lässt melodische Instrumente, die dem Track eine zusätzliche Würze und können dem Ganzen eine noch prägnantere Stimmung durch ein eventuell melodiöses Spiel einer Melodie zur Wiedererkennung verpassen. Von Bass und Gitarre, über glockenähnliche Instrumente bis zu Pianos und Synthies ist einiges dabei.

„Pads and FX“ liefert die Sahnehaube für Tracks, machen sich aber auch solo sehr gut zur Vertonung nützlich. Alle Effekt-Sounds klingen organisch und so, wie man sie von großen Filmen, egal ob Horror oder Sience-Fiction kennt.

Zu jedem Instrument werden die passenden Trigger-FX geladen, die sich etwas abseits zur Rechten auf der Klaviatur finden lassen. KONTAKT kann idealerweise auf der virtuellen Klaviatur das Mapping des jeweiligen Presets anzeigen.

Zahlreiche Multis liefern, neben den einzelnen Instrumenten, eine ideale Basis und entpuppen sich beim Anspielen als fertige Spielwiesen für komplette Arrangements.

Durchweg ist die Benennung der Presets gut nachvollziehbar und unter Namen wie „Sting Hits Paranomalies“ sollte sich jeder (Hobby-) Sounddesigner etwas vorstellen können.

Die Module sind schick, aber nicht überladen aufgebaut, sondern zurückhaltend schlicht designed, um die Konzentration auf das Wichtigste, den Sound, zu lenken. Sehr gut.

In jedem Modul finden sich zunächst auf der „Mainpage“ 3 Kategorien zur Klangmanipulation: Master FX, Filters und Amplitude Envelope (ADSR).

Neben typischen Mastereffekten wie z.B. Skreamer, Lo-fi, usw.) erhält man jetzt sog. „Trigger FX“. Das neue Feature ist eine innovative Effekt-Bank, welche stark an das hauseigene Instrument „The Finger“ für Kore bzw. Reaktor erinnert. Wird z.B. ein Instrument in EVOLVE MUTATIONS 2 angespielt, wird das Ausgangsmaterial durch Effekte wie z.B. Filter Sweep, LoFi, Delay, Glitch, usw. verändert. Die Effekte lassen sich netterweise auch kombinieren, hierzu muss man nur die passenden Tasten gleichzeitig drücken. Das bietet Freiraum für spontane Kreativität mit den ohnehin schon erstklassig klingenden Instrumenten.

Wer noch tiefer in die Instrumentenklänge eingreifen möchte, kann über den „Schraubenschlüssel“-Button in KONTAKT auf weiterreichende Klangmanipulationen zurückgreifen. Hier lassen sich auch u.a. die Trigger-FX auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Was genau alles möglich ist, das alles zu erklären würde den Rahmen sprengen. Hier verweise ich gerne auf unser Review zu KOMPLETE 6, in dem mein Kollege Martin genauer auf KONTAKT 4 eingeht.

Soundbeispiele:

1. Rhythmic Suites

2. Percussive Kits

Weitere Soundbeispiele findet ihr auf der Homepage des Herstellers EVOLVE MUTATIONS 2

Fazit:

Mit EVOLVE MUTATIONS 2 ist Native Instruments mal wieder eine schöne Library voller astreiner, innovativer Sounds gelungen. Schon jetzt mag man in dem ein oder anderen Krimi Klänge aus EVOLVE MUTATIONS vernommen haben. Aber keine Angst, die Sounds sind so vielfältig, dass für jeden Sounddesigner genug abwechslungsreiches Material dabei ist!

Wer EVOLVE MUTATIONS bereits besitzt, wird sich über zahlreiche neue Sounds freuen und sich fragen, warum es nicht schon in Teil 1 die Trigger-FX gab. Auch für „Neuankömmlinge“ bietet sich ein großer Fundus an Klangmaterial, egal ob für eine Vertonung eines Filmes, eines Werbespots, oder Webseite. EVOLVE MUTATIONS 2 bietet genug Sounds, um sogar ohne weitere Instrumenten-Plugins auszukommen. Aber auch zur Bereicherung von bestehenden Arrangements, egal aus welchem Genre, eignet sich diese Library bestens!

Unser Dank geht an die Firma Native Instruments, die uns EVOLVE MUTATIONS 2 für dieses Review zur Verfügung gestellt haben


 

FREE KONTAKT 4 PLAYER (new version 4.0.5!) or KONTAKT 4 (4.0.5)

Preis + Verfügbarkeit:

EVOLVE MUTATIONS 2 ist ab sofort als Download für EUR 99 im NI Online Shop verfügbar. Darüber hinaus ist ein Bundle von beiden EVOLVE MUTATIONS-Produkten im DVD-Format für EUR 149 erhältlich.


Link: Native Instruments

Produktlink: EVOLVE MUTATIONS 2

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