| Review: Camel Audio - Alchemy |
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| Plug-in Reviews |
| Geschrieben von: S.Hinrichsen / PI-Redaktion |
| Freitag, 11. Juni 2010 um 08:03 Uhr |
Camel Audio Alchemy – Ultimativer Sample Manipulation Synthesizer Alchemy?Als Camel Audio Anfang 2010 sein neuestes Machwerk, genannt Alchemy, veröffentlichte, war die Gemeinde der Computermusiker gespannt, was sich hinter der Bezeichnung einer Naturphilosophie verbirgt. Auch wir konnten es nicht erwarten Alchimist zu werden. Was bedeutet Alchemy? Alchemy, zu Deutsch Alchemie ist ein aus dem Arabischen und Griechischen abgeleitetes Wort und ist ein Zweig der im 17./18. Jahrhundert verbreiteten Naturphilosophie. Oft wurde den Alchemisten nachgesagt ihr einziges Ziel sei die Herstellung von Gold und anderen Edelmetallen aus Stoffen. Was den alten Ägyptern, Griechen und Römern schon geholfen hat reich und berühmt zu werden, kann sich jetzt der moderne Musiker im 21. Jahrhundert zu Nutze machen, oder dass er sich die Finger schmutzig machen muss. Die Alchimistenküche:Camel Audio beschreibt Alchemy als den ultimativen Sample Manipulation Synthesizer. Doch was genau ist Alchemy? Auf den Punkt gebracht ist Alchemy
Neben den (Re-) Synthese-Funktionen enthält Alchemy
Alchemy enthält eine Menge Funktionalitäten für die Modulation von Klangquellen. Nahezu jede Funktion, lässt sich individuell modulieren. Insgesamt gibt es hierfür:
Aber keine Angst, Alchemy müllt einen, trotz Funktionsvielfalt, nicht mit undurchsichtigen Bedienoberflächen zu, wie wir noch zeigen werden! Nachfolgend möchte ich auf die einzelnen Funktionen und Features etwas genauer eingehen. Die Oberfläche:
Bild: Simple Die Bedienoberflächen (ja, es sind mehrere!) von Alchemy sind in Tabs unterteilt. Zunächst lässt sich einmal zwischen „Simple“ und „Advanced“ Modus umschalten, um entweder eine schlanke Oberfläche mit den wichtigsten Synthesizer-Funktion, oder Zugriff auf alle erweiterten Funktionen zu erhalten. Ideal für Live-Situationen, oder wenn mehrere Instanzen gleichzeitig von Alchemy auf dem Bildschirm genutzt werden sollen. Im Advanced Modus entfaltet Alchemy seine ganze Pracht an Funktionalitäten. Hier erhält man Zugriff auf alle Klangquellen, sowie deren Parameter. Selbst in diesem Modus zeigt Alchemy wirklich nur die Funktionen an, die aktiviert sind um so dennoch aufgeräumt zu wirken. Die neben der Bezeichnung „Source“ zu findenden Buttons geben direkten Zugriff auf die 4 Klangquellen, sowie einen „ALL“-Tab, in dem sämtliche Parameter zu finden sind, die alle Klänge betreffen. Vom „ALL“-Tab aus lassen sich bereits die vier Klangquellen auswählen und erste Parameter wie Lautstärke, Tuning und Pan einstellen. Rechts daneben findet sich die Morph-Zuordnung im XY-Pad, welches weiter unten grafisch dargestellt ist. Neben den Morph-Poties finden sich zwei Filter, die das Ausgangssignal bearbeiten. Noch einmal rechts daneben finden sich „Master“-Parameter für die letzten Veränderungen am Ausgangssignal, bevor es dann direkt in die Hostapplikation wie Logic oder Cubase geht. Bild: ALL-Tab Mittig finden sich weiterhin die Modulationseinstellungen, wo sich diverse Modulationsziele angeben und deren Intensität einstellen lassen. Ebenso mittig sind auch die LFOs, Hüllkurven, Sequencer, usw. zu finden. Bei den Hüllkurven wird die altbekannte „AHDSR“-Schaltung (Attack, Hold, Decay, Sustain, Release) genutzt, wie man sie von vielen anderen Synths bereits kennt.Weiter unten finden sich dann noch einmal drei Tabs. „PERFORM“ sagt eigentlich schon alles. Hier lässt sich an 8 frei belegbaren Poties herrlich live (und auch im Homestudio) der Sound so richtig schön verbiegen. Daneben finden sich zwei X/Y-Pads, deren Belegung man zwischen beiden Pads einstellen kann. Schlussendlich finden wir ein Remix Pad, welches stark an das Pad vom KORE Player von Native Instruments erinnert. Das Konzept ist ja auch gut und passt auch sehr gut zu Alchemy. Lässt sich hier doch herrlich mit X/Y-Controllern oder der Maus am Sound morphen. Direkter Zugriff zu den AHDSR-Reglern des Hüllkurvengenerators dürfen natürlich nicht fehlen.
Bild: Perform Im „ARP-Tab“ findet sich der Arpeggiator, auf den ich noch eingehen werde.
Bild: ARP-Tab Das „EFFECTS“-Tab schließlich liefert die Möglichkeit insgesamt fünf Effekte einzureihen. Ist ein Effekt in den Slot geladen kann man rechts daneben die entsprechenden Parameter vorfinden und bearbeiten. Auf die Effekte gehe ich später genauer in diesem Review ein. Alle Drei Tabs (PERFORM, ARP, EFFECTS) sind auch beim Umschalten auf die Klangquellen eingeblendet und somit schnell zugänglich. Die mittig angesiedelten Modulation-Parameter werden global angewendet und lassen sich mit dem Button „TARGET“ einem Modulationsziel flexibel zuordnen. Jede der vier Klangquellen, „Source“ genannt, hat in seinem Tab eigene Parameter für Filter, Master, Modulation usw. Wichtig ist die Auswahl eine der Synthesearten und Filter. Hier lassen sich direkt Additive-, Spectral- und Granular-Synthese für die Klangquelle, sowie 3 Analogfilter (seriell oder parallel geschaltet) auswählen. Es können entweder Samples aus der über 3GB großen Factory-Library geladen oder eigene Samples in Form von SFZ, WAV oder AIFF Files importiert werden.
Bild: Source Somit kann man festhalten, dass zunächst nur in dem Bereich oben links die Klangquellen zu bearbeiten sind. Will man tiefer in die Materie, so muss man zunächst eine der Klangquellen von A bis D auswählen. Durch Drücken vom Button „EDIT“ gelangt man dann auf eine größere Oberfläche, auf der sowohl ein Sample-Editor, als auch Parameter für die Additive- und die Spectral-Synthese einstellbar sind.
Bild: Source Fenster MAIN Im nun geöffneten „MAIN“-Fenster lässt sich das Sample, wie oben abgebildet mit Markern unterteilen (slicen) und auf die Klaviatur legen. Nettes Gimmick ist in Alchemy weiterhin der „RANDOM“-Button, welcher bei Betätigung ein zufällig ausgewähltes Preset lädt. Etwas für Unentschlossene und Abenteuerlustige. Sämtliche Poties, die beiden X/Y-Pads und das Remix Pad lassen sich flexibel per MIDI Learn auf vorhandene MIDI-Controller legen, bzw. durch den Hostsequencer ansteuern und so automatisieren. Additive Resynthesizer Bei der Additiven Synthese sind Hüllkurven das Mittel zum Erfolg. Selbige lassen sich auf das gesamte Sample oder den selektierten Bereich legen. Es lassen sich die Parameter Amp, Pitch, Pan und Phase anhand von Kurven einstellen und in Echtzeit modulieren. Bis zu 600 Stereo Oszillatoren sind pro Klangquelle und Parameter möglich.
Bild: Source Additive Beim unteren „FILE“-Button lässt sich ein Bild oder eine Grafik importieren, die je nach Quelle alle Parameter entsprechend umsetzt. Der Button „DETAIL“ sorgt für die Vereinfachung des Ausgangsmaterials für die weitere Bearbeitung. Spectral Resynthesizer Die Spectral-Synthese analysiert Klangquellen zunächst. Danach lassen sich in Alchemy dank „Phase Vocoder Analysis“ hochqualitatives Pitching und Time Stretching an ihnen vornehmen. Besonders interessant wird es, wenn man Bilddateien in Alchemy importiert und mit Hilfe der Spectral-Synthese Bild zu Ton werden lässt, so wie es z.B. Aphex Twin unter anderem bei „Mathematical Equation“ einst getan hat. Für Klangkünstler sicher wie ein Spielwaren vor Weihnachten. Obendrein lassen sich diese Bilder mit einer Art Pinsel und anderen Grafiktools bearbeiten um den Klang zu verändern. Weiterhin bietet diese Syntheseart einen „Noise Resynthese Mode“ mit 256 Bändern für das Noise Shaping, erweiterte grafische Sonogramm Bearbeitung mit cut, copy und paste Funktionen einschließlich spezifischer Frequenzen und Regionen.
Bild: Source Spectral Dank der Import-Funktion bei Additiv- und Spectra-Synthese ergeben sich völlig ungeahnte Dimensionen beim Sounddesign. Von völlig bizarr bis zu künstlerisch, lebendig ist hier alles möglich. Granular Synthese Wie Granular Synthese genau funktioniert lässt sich im Detail dem Internet entnehmen. Interessante ist an dieser Stelle wie Alchemy damit arbeitet. Alchemy besitzt eine potente Granular Synthese Engine, die sich hervorragend für Timestretching und Pitchshifting und andere Arten von Spezialeffekten eignet. Parameter wie „Grain size“, Density (Dichte) usw. in der Granular Synthese von Alchemy sind alle frei modulierbar. Morphing Alle vier Klangquellen lassen sich mit Ihren (Re-) Syntheseformen untereinander morphen. Hierbei helfen Funktionen wie „Advanced Harmonic Blending“ und präzise Crossfades zwischen den Klängen mit Vectormixing. Bis zu 100 Zonen pro Klangquelle lassen sich bei dieser Methode setzen. Es lassen sich Samples importieren vor dem Morphing modulieren. Der Programmcode von Alchemy ist im Übrigen speziell optimiert auf SSE und Altivec Optimierungen für volle Performance beim Morphing. Virtual Analog Synthesizer Alchemy beherbergt auch eine VA Synthese mit einer großen Auswahl an Waveform Shapes, Pulsweitenmodulation und der Möglichkeit bis zu 600 Oszillatoren zu synthetisieren. Mitgeliefert wird eine riesige Anzahl an Waveforms, von klassischen Synthesizern bis zu aktuellen Designs aus dem Hause Galbanum. Analogfilter Bis zu 31 verschiedene Filtertypen mit vielen analogen Vorbildern von klassischen Synthesizern finden sich in Alchemy. Bis zu 15 Filter, aufgeteilt auf drei Slots pro Klangquelle, zwei Filter im Main, sowie zwei im Effektrack lassen sich in Alchemy laden. Aber auch drei Filter aus dem Plugin ChamelPhat sind hier zu finden. Effekte Alchemy enthält eine feine Auswahl an klanglich erstklassigen Effekten, wie Delay, Reverb, Chorus, Flanger, Distortion, Filter, Bit Crusher, Tube, Compressor, EQ usw. Nahezu alle Effektparameter sind modulierbar, was ungeahnte Möglichkeiten eröffnet. Groove Arpeggiator Der in Alchemy eingebaute Arpeggiator bietet bis zu 128 Steps und Kontrolle über Velocity, Pitch, Pan und Timing jeder Note bietet. Interessant ist auch die Möglichkeit MIDI-Files zu importieren. Der Arpeggiator lässt sich einfach an vorhandene Grooves eines Drum Patterns anpassen. Weitere Parameter wie Key Splits oder die Kontrolle entweder einer Klangquelle oder von allen vieren runden diese Funktion gelungen ab. Library + Presets Alchemy kommt mit einer Library von 600 Presets welche eine Vielzahl an Klangarten abdecken. Von Atmosphären, lebhaften Pads, bis hin zu Bass, Arp und Vocal-Texturen ist eigentlich alles dabei was man braucht. Drums findet man hier jedoch vergeblich, wobei natürlich der eigenen Gestaltung solcher Presets nichts im Wege steht. Sowohl hauseigene Sounddesigner, als auch bekannte Namen wie Biomechanoid (bekannt von Absynth-Libraries und Presets), Ian Boddy, Robert Rich, Nucleus SoundLab und andere haben über 3GB an Samples und weiteren Content für Alchemy geliefert.
Bild: Library Alle Presets lassen sich mit dem mittlerweile schon obligatorischen „Random“-Button mit einem einzigen Klick neu erleben. Hierdurch werden eine Vielzahl an Parametern per Zufall neu eingestellt. Sie sind weiterhin alle sorgfältig kathegorisiert und organisiert um Schnelles Auf- und Wiederfinden zu ermöglichen. Soundbeispiele Wir durften Alchemy zusammen mit den ersten erhältlichen Soundpacks Atmospheric, BigTone und Electronic testen um einen Eindruck der erstaunlichen Vielseitigkeit an Sounds und Möglichkeiten in Alchemy zu erhalten. Die nachfolgenden Soundbeispiele können nur bedingt aufzeigen, wie imposant Alchemy klingen kann:
ARP
Bass
Pad
Soundscape
Synth
Bewertung: + Klangqualität + Resynthesefunktionen + Vielfalt und Qualität der Presets + Übersichtliche Oberfläche trotz Funktionsvielfalt + Erweiterbarkeit + Support + Preis
- Keine „Zurück-Taste“ (innerhalb der Klangquellenbearbeitung) in das Hauptmenü - Keine Suchfunktion oder Preset-Browser Fazit: Edelmetallsynthese, Goldsynthese, Alchmistenküche...wenn das nicht Themen sind, die zu einem Synthesizer im Jahre 2010 passen, dann weiß ich auch nicht. Alchemy ist ist jedenfalls ein absolutes Highlight unter den Synthesizer-Plugins und ist unserer Meinung nach ein top Favorit auf den Titel „Top Synthesizer 2010“. Wie Alchemy u.a. klingen kann, zeigen die Soundbeispiele. Aber sie können nur einen winzigen Teil des Leistungsspektrums von Alchemy abdecken. Camel Audio hat mittlerweile einige sehr interessante Soundbanks im Angebot, von denen wir euch nach und nach einige vorstellen werden! An alle Computermusiker, Soundfrickler dieser Welt: Werdet „Alchemysten“! Wir danken an dieser Stelle der Firma Camel Audio, die uns Alchemy samt einiger erster Soundbanks zur Verfügung gestellt haben, damit wir für PlugINdex das volle Potential dieses Synthesizers ausreizen durften.
PC XP/Vista/Windows 7, 2 GHz Pentium, 1 GB RAM, 3 GB disk space, VST host. Mac OSX 10.4.9, 2 GHz Intel or G5, 1 GB RAM, 3 GB disk space, Audio Units or VST host. Preis(e): 199,- Euro, erhältlich über den Camel Audio Store Shop Eine Demo ist auf der Webseite von Camel Audio erhältlich. Link: Camel Audio Produktlink: Alchemy |
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mfg, alexander