| Review: KOMPLETE 6 Teil 2. |
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| Plug-in Reviews | |||||
| Geschrieben von: Martin Pesold / PI-Redaktion | |||||
| Montag, 08. Februar 2010 um 10:21 Uhr | |||||
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Seite 2 von 3 Bild: Guitar Rig 4 Pro Getestet auf: PC Intel Core2 Quad 6600 mit 2,4 Ghz, 2 Gb Ram Guitar Rig 4 Pro Features:
Einführung Bei GUITAR RIG 4 PRO handelt es sich in erster Linie um ein Multieffektgerät mit dem Schwerpunkt Verzerrung und Amp-Modelling für Gitarre und Bass. Jedoch verrät die Bezeichnung „Multieffektgerät“ schon, dass Guitar Rig 4 noch für weitaus mehr zu gebrauchen ist. In Guitar Rig, welches als Plugin in diversen Host-Sequenzern aber auch als einfache Standalone-Version genutzt werden kann, bindet man sämtliche Effektmodule die am Sound beteiligt sein sollen auf modulare Weíse ein. Das heisst man kann sich aus der Vielzahl der Effektmodule selbst sein eigenes Rack erstellen und die jeweiligen Module ebenso wie deren Verschaltungsreihenfolge frei bestimmen. Dies geschieht ganz einfach über Drag & Drop aus dem Browser in das Effekt-Fenster. Folgende Neuerungen bietet GUITAR RIG 4 PRO gegenüber der Vorgängerversionen:
Die Verstärkermodelle wurden mit der „Dynamic Tube Response Technology“ von Native Instruments nachempfunden, welche diese sehr detailgetreu abbildet. Hinzu kommt, dass man jedem Verstärkermodell nun mit den neuen „Matched Cabinets“ Modul ein speziell für den Amp optimiertes Speaker-Setup zuweisen kann, mit dem man über die Feineinstellung der Mikrofone zwischen A/B und dem Parameter Dry/Air den Sound perfekt anpassen kann. Alleine schon durch die freie Kombinierbarkeit aller Cabinets mit allen Verstärkermodellen ergibt sich eine riesige Vielfalt von Klangmöglichkeiten. Eine grundsätzliche Möglichkeit, für die Guitar Rig oft genutzt wird, ist das sogenannte Re-Amping von bereits aufgenommenen Gitrarren- oder Bassspuren. Beim Anwenden alleine nur der vielfältigen Verstärker-, Cabinet- und Distortion-Module auf eine bereits über einen Amp abgenommene und aufgenommene Spur gibt es so oftmals einige Momente, in dem einem der Sound noch deutlich besser gefällt. Auch alte oder vom Klang her nicht so gut gelungene Aufnahmen kann man, indem man Gitarre oder Bass nachträglich durch Guitar Rig laufen lässt, nochmals deutlich aufwerten. Sehr praktisch ist es, das Guitar Rig bereits einen umfangreichen Tuner mit eingebaut hat, der permanent die Stimmung anzeigt, ebenso wie ein Metronom mit Tap-Funktion und sogar eine Tapedeck-emulierende Aufnahmefunktion, um in der Standalone-Version auch ohne Sequenzer schnell Ideen und Riffs festzuhalten. Mit dem Pre-Tapedeck kann man so das Einganssignal aufnehmen und mit dem Post- Tapedeck dann direkt das durch die Effekte bearbeitete Signal aufzeichnen. Da man in die Tapedecks auch jegliche Audiodateien im .wav, .mp3 oder .aif Format einladen und durch die Loopfunktion sogar übereinanderschichten kann, ist es damit ganz einfach und unkompliziert möglich seine Songideen auszubauen und Mehrspuraufnahmen zu erstellen. Das Control Room Modul Bild: Control Room Ein weiteres in GUITAR RIG 4 PRO neu hinzugekommenes Tool ist der „Control Room“. Dieses Tool steigert die Soundmöglichkeiten von Guitar Rig nochmals enorm, denn damit kann man nun für jeden einzelnen Amp bis zu acht mikrofonierte klassische Cabinets, die in perfekter Phase auf einem virtuellen Mixing Board anliegen, erstellen. Diese dadurch enstandenen acht Mischkanäle kann man dann in Lautstärke und Panorama frei dazumischen. Dies entspricht dem Stile der Aufnahmen in grossen Studios, wo man sich den Luxus gönnt einen Amp über mehrere Speaker und Mikrofone abzunehmen und diese so entstandenen Spuren für den „perfekten“ Gitarrensound individuell zusammenzumischen. In Guitar Rig 4 kann hierdurch dann bereits bei nur einer Spur eine enorme Vielzahl von verschiedenen Sounds erzeugt werden, was zum Beispiel, um eine Gitarrenspur perfekt in den Mix einzufügen, sehr von Vorteil ist. Die Effekte Amp & Cabinet-Module: Control Room , Matched Cabinets, Cabinets & Mics, Ultrasonic, Gratifier, Hot Plex, Lead 800, Jump, Plex, Citrus, AC-Box, Tweedman, Tweed Delight, Twang Reverb, Jazz Amp, High White, Bass Pro Die Amps (Verstärkermodelle) sind diversen bekannten klassischen Hardwaregeräten nachempfunden und wurden klanglich sehr detailgetreu nachgebildet. Kenner der Geräte werden sich hier schnell zurechtfinden, denn auch optisch sind sie ihren Vorbildern sehr nahe. Jedes bringt bei der Erstanwahl sein eigenes Cabinet mit, welches jedoch frei mit jedem Cabinet der anderen Modelle kombiniert oder ausgetauscht werden kann. Das Cabinet-Modul ermöglicht es zwischen 2 virtuellen Abnahmemikrofonen stufenlos zu überblenden und den Sound so ganz genau anzupassen. Ausserdem kann man hier auch den mit „Air“ betitelten Raumklang frei hinzumischen, was oftmals dem Signal eine wunderbare Räumlichkeit gibt und es es sehr schön in den Mix einfügt. Bild: Lead 800
Distortion Module: Mittlerweile 11 Verzerrermodule stehen in Guitar Rig 4 zur Auswahl: Equalizer Module: EQ Shelving, EQ Parametric, EQ Graphic, Custom EQ, Pro Filter, Auto Filter, Wah Wah, Cry Wah, Real Wah sowie ein Talk Wah Dynamics Module: Volume Pedal, Limiter, Noise Gate, Noise Reduction, Stomp Compressor, Tube Compressor Hall & Delay Module: Spring Reverb, Studio Reverb, Tape Echo, Delay Man, Psychedelay, Quad Delay, Grain Delay, Octaverb, Iceverb, Twin Delay Modulationseffekte: Flanger, Ensemble, Electric Lady, Phaser Nine, Stoned Phaser, Rotator, Tremolo, Ring Modulator, Oktaver, Pitch Pedal und ein Harmonic Synthesizer Bild: Harmonic Synthesizer Sogar Module wie ein LFO, Envelope, Step Sequencer und Analog Sequencer stehen zur Auswahl, womit die Klangformungsmöglichkeiten sich glatt denen eines ausgewachsenen Synthesizers annähern! Die Step-Sequenzer und den LFO kann man per Drag & Drop mit jedem Regler eines anderen Moduls verknüpfen, der dann in der jeweiligen frei einstellbaren Modulationsintensität von beispielsweise dem Step-Sequenzer, einer Hüllkurve oder einem LFO moduliert wird. Bild: Step Sequencer Zu guter Letzt gibt es noch die Loop-Machine zur direkten Aufnahme des aktuellem Signals um mehrere Ideen oder Riffs übereinanderzuschichten und so Ideen auszubauen sowie ein Split Modul und ein Crossover Modul. Das Split Modul erlaubt das parallele erstellen von zwei unabhängigen Effektketten, an deren Ende das Singal wieder zusammengemischt wird, beim Crossover Modul kann man den Sound zur Effektbearbeitung über eine frei verschiebbare Frequenzweiche in einen Low und einen High-Bereich trennen. Wie man an dieser Auflistung schon sehen kann, bietet einem Guitar Rig 4 eine enorme Vielzahl aller denkbaren Effektmodule. Alleine schon 4 verschiedene Hallmodule oder 6 verschiedene Delaymodule lassen keine Wünsche offen und laden zu wahren Effektschlachten ein. Da man dasselbe Modul auch mehrmals immer wieder in seine Effektkette einbauen kann, ergeben sich schier endlose Kombinationsmöglichkeiten mit ebenso endlos vielfältigen Klängen. Auch so ungewöhnliche Module wie ein Grain-Delay, der Harmonic Synthesizer oder die verschiedenen Sequencer bereichern die Möglichkeiten auf originelle Weise. Jeden Effekt hier im einzelnen zu besprechen , würde den Rahmen dieses Reviews sprengen, deshalb empfiehlt es sich die Demo-Version anzutesten und die zahlreichen Module selbst durchzuhören, Jedes hat seinen eigenen speziellen Klang, und durch die vollkommen freie Kombinierbarkeit verschiedenster Module sind einem keine Grenzen gesetzt. Da Guitar Rig 4 über soviele Effekte verschiedenster Art verfügt, liegt es natürlich nahe, Guitar Rig überhaupt als eine Art Multieffektgerät, nicht nur für Gitarre und Bass, zu verwenden. Anbieten, um durch Guitar Rig nochmals bearbeitet zu werden, tun sich zum Beispiel auch viele Synthesizersounds oder Drumloops, genau so wie Effektsounds. Das Guitar Rig 4 nun auch komplett stereofähig ist macht sich bei diesen Anwendungen, bei denen ja allermeistens auch Stereospuren vorliegen, als grosser Vorteil gegenüber vielen anderen Verzerrereffekten am Markt bemerkbar. Eine leichte Verzerrung oder ein Re-Amping über die Cabinets und das dazugehörige feine Einstellen der Mikrofonposition ist bei vielen Synthesizersounds genau goldrichtig um sie aufzupeppen oder ihnen einen ganz eigenen, neuen und oftmals frischen Charakter zu verleihen. Vom subtilem Anfetten und leichtem Zufahren der Harmonischen bis zu brachialer Totalverzerrung oder Effektbearbeitung durch die teils ungewöhnlichen Phaser, Delays oder Hälle sind hier dem Experimentieren keine Grenzen gesetzt, und die Ergebnisse klingen oft sehr originell und eigen. In dem Einsatz als Multieffektgerät für vielerlei Signale, gerade auch durch Verschaltung mehrerer Effektmodule, liegt in Guitar Rig ein enormes Potenzial verborgen. Die Soundbeispiele zeigen die Anwendung nicht nur auf Gitarren und Bässen, sondern auch auf Drumloops. Fazit Es macht tierisch Spass die unzähligen Effektmodule von Guitar Rig 4 Pro auszuprobieren und vollkommen frei miteinander zu kombinieren. Alleine schon auf der Amp/Distortion Ebene sind dermassen viele verschiedene unterschiedliche Sounds möglich, das man aus dem Rumschrauben gar nicht mehr herauskommt. Wenn man dann noch die ganzen (hier mehr oder weniger) normalen Effekte wie die Delays und Flanger usw. dazunimmt, bleiben eigentlich schon keine Wünsche mehr offen, die man an ein Gitarreneffektgerät stellt. Die Möglichkeit jedoch, auch noch verschiedenste Parametermodulationen via LFOs, Envelopes und Step-Sequencern zu verschalten, grenzt schon an die Bearbeitungsmöglichkeiten eines vollständigen Synthesizers und tut eine klangliche Vielfalt auf die kaum noch Grenzen hat. Guitar Rig 4 Pro ist weit mehr als einfach nur ein Effektgerät für Gitarre und Bass. Zwar liegt der Schwerpunkt auf Verstärker- und Verzerrersimulationen, aber die zahlreichen Zusatzeffekte, die oft einen schönen eigenen Charakter haben, drängen sich geradezu auf um für beispielsweise Synthlines oder Sampleeffektierung und vieles mehr verwendet zu werden. Der Sound von GUITAR RIG 4 PRO kann gegenüber so einigen Hardwaregeräten locker mithalten und die Emulationen der verschiedenen Amps und Verzerrermodule sind klanglich sehr gut gelungen. Wer sich mit der Hardware auskennt, wird auch hier sehr schnell zu gewünschten Ergebnissen kommen, da viele Module optisch ihrem Hardware-Pendant sehr nahe stehen. Die neue Control-Room Funktion macht es jetzt noch einfacher, den Sound perfekt in den Mix zu integrieren und lässt sehr subtile wie auch drastischere Anpassungen zu. Die Bedienbarkeit ist auf jeder Ebene absolut übersichtlich und kinderleicht. Alles lässt sich ganz leicht hinzufügen oder löschen, auch sind nirgendwo Parameter oder Module überfrachtet. Der Leistungshunger zeigt sich allerdings bei einigen Presets (die dann aber auch meist recht zahlreiche und aufwändige Effektverschaltungen haben) als sehr hoch. Auf meinem Quadcore Q6600 mit 2,4 Ghz wird dort manchmal die 30 Prozent Marke erreicht. Sollte man Guitar Rig 4 Pro nur als Stand-Alone Version auf einem halbwegs aktuellem Laptop im Proberaum verwenden, um seine Gitarre/Bass zu verzerren oder zu re-ampen, stellt das sicher kein Problem dar. Im Mehrspurbetrieb jedoch, neben einigen anderen Plugins im Sequenzer, ist so schnell das Ende der (Leistungs-)Fahnenstange erreicht, weshalb man über ein Spurbouncen dann wohl nicht herumkommt. Im alltäglichen Gebrauch pendelt sich die Leistungsanzeige in meinem Cubase 5.1 Test-Projekt mit lediglich einer Gitarrenspur, auf die Guitar Rig 4 Pro insertiert ist, zwischen 15-20 Prozent ein. Soundbeispiele 1: Diverse Effekte auf E-Gitarre
Plus:
Minus:
Preis: 179,- Euro
PC Windows XP with Service Pack 2 or Windows Vista (32/64 bit), Pentium/Athlon XP 1.4 GHz, 1024 MB RAM Mac OS 10.5, Intel Core Duo 1.66 GHz, 1024 MB RAM Link: Native Instruments Produktlink: Guitar Rig 4
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