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Review: KOMPLETE 6 Teil 2. PDF Drucken E-Mail
Plug-in Reviews
Geschrieben von: Martin Pesold / PI-Redaktion
Montag, 08. Februar 2010 um 10:21 Uhr

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Review: KOMPLETE 6 Teil 2.
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KOMPLETE 6- Teil 2 : FM8, GUITAR RIG 4 PRO, und REAKTOR 5

Mit KOMPLETE 6 veröffentlichte im Oktober 2009 Native Instruments die neueste Auflage des beliebten Software-Bundles, das sich zum Standard unter professionellen Musikern und Produzenten entwickelt hat. Die neue Sammlung bietet ein umfassendes Arsenal an mächtigen Instrumenten und Effekten für alle Bereiche der modernen Musikproduktion. KOMPLETE 6 enthält die neuesten ABSYNTH 5, KONTAKT 4 and GUITAR RIG 4 PRO-Versionen sowie BATTERY 3, FM8, MASSIVE und REAKTOR 5.

Los geht's mit FM8...

 

FM-8.jpg

Bild: FM8

 

Getestet auf:

PC Intel Core2 Quad 6600 mit 2,4 Ghz, 2 Gb Ram
Betriebssystem: Windows XP SP3
Sequenzer: Cubase 5.1

FM8 Features

  • Preisgekr önter FM-Synthesizer mit erweiterter Sound-Architektur
  • Optimierte Audio Engine mit neuem High Quality-Modus
  • Neu gestaltete Bedienoberfläche für schnelles und komfortables Sound-Editing
  • Leistungsstarke grafische Sound-Morphing-Funktion für sich dynamisch verändernde Sounds
  • Extrem vielseitiger Arpeggiator zur intuitiven Erstellung raffinierter Patterns
  • Schnellzugriff auf Effekt-Racks mit 13 hochwertigen Effekten wie Phaser, Flanger, Tube Amp, Overdrive, Delays und EQs
  • KoreSound Browser für intuitives Finden der 960 KORE-konfigurierten Presets (FM7 Sounds Vol. I und II enthalten)
  • Erweiterte grafische Hüllkurven mit 32 Stufen, Looping und Tempo-Sync Matrix-Frequenzmodulation: frei verschaltbare Signalstruktur mit 6 Operatoren plus Distotion und Analogfilter-Operatoren
  • Liest und reproduziert detailgenau klassische FM-Soundbänke wie z. B. die der DX- und TX-Reihes

 

Installation

Genauso wie bei den meisten anderen Programmen aus KOMPLETE 6 verläuft die Installation von FM 8 vollkommen problemlos, ebenso wie die kurze Online-Registrierung per Seriennummer über das NI-Service-Center.

Der Browser

Der Browser des FM8 ist nun auch vollständig KORE-kompatibel, was bedeutet das sämtliche Sounds nun auch über eine Einteilung in ihre Klangattribute verfügen, die man wahlweise zum browsen benutzen kann, so wie bereits ausführlich im Test von NI MASSIVE beschrieben. Diese neue Einteilung der Sounds ist insbesondere bei einer grossen Vielzahl von Presets, wie im FM 8 vorhanden, sehr nützlich. So kann man Sounds mit bestimmten Klangeigeschaften viel schneller finden anstatt sich langwierig durch die Presets einzeln durchzuklicken in der Hoffnung einen Fund zu machen, welcher der momentanen Klangvorstellung im Kopf entspricht. Durch diese Browser-Erweiterung findet man den gesuchten Sound oft deutlich zügiger und kann sich dadurch auch schneller wieder mit der eigentlichem musikalischen Arbeit beschäftigen.

Browser.jpg

Bild: Browser

Klangerzeugung

Das besondere am FM 7 und seinem jetzigen, komplett abwärtskompatiblen und erweiterten Nachfolger FM 8 ist, dass der Synthesizer zur Klangerzeugung die FM-Synthese verwendet, die in den Achtzigern vor allem durch den Yamaha DX-7 Synthesizer populär wurde. Ein sehr beliebtes Feature schon bereits beim FM7 ist die komplette Kompatibilität zum FM-Soundformat, wie zum Beispiel eben des besagten DX-7. Somit kann man all die klassischen Presets aus dem alten Yamaha-Synth nun in der Software weiterverwenden. Von diesen alten DX-7-Patches gibt es mittlerweile auch unzählige gratis im Netz, so dass man allein dadurch schon eine Riesenauswahl an (Retro-)Sounds hat. Auch andere FM-Programme wie beispielsweise das TX-Format werden unterstützt. Aber nur mit dem Abspielen dieser durch die damalige Technik des DX-7 und seiner Programmierfähigkeit beschränkten Sounds wäre der FM8 doch sehr unterfordert. In dieser Kiste stecken natürlich noch weitaus mehr Möglichkeiten!

FM-Klänge zeichnen sich durch ihren oft glasklaren, drahtigen und meist sehr durchsetzungsfähigen Sound aus. Die Programmierung eines FM-Synthesizers ist aufgrund dieser Syntheseform auch etwas anders als die eines „normalen“ analogen Synthesizers. Bei der FM-Synthese interagieren immer mindestens 2 Operatoren miteinander (Operatoren werden hier die Oszillatoren genannt), wovon einer den sogenannten „Carrier“ darstellt und der andere den „Modulator“. Das Modulatorsignal moduliert dann die Frequenz des „Carriers“. In der FM8-Matrix lässt sich jedes Operatorenpaar schnell und einfach verknüpfen und die Modulationsstärke kann genauso unkompliziert definiert werden, was die Übersicht und Programmierung sehr vereinfacht. Über die im FM-8 links angebrachte „Navigator“ Spalte gelangt man in die jeweiligen klangformenden Fenster. Beginnen wollen wir mit der Expert-Page, in der die Operatoren umfassend eingestellt werden können.

Expert Page

Expert.jpg

Bild: Expert Page

Von den Operatoren sind in FM-8 acht Stück vorhanden. Zu jedem einzelnen Operator gibt es eine Detailseite zum Einstellen aller Parameter. Dort kann man dann unter anderem aus 32 Wellenformen wählen, die Modulator-Carrier Modulation in der nebenseitig stehenden FM-Matrix erstellen, Panorama und Lautstärke frei einstellen sowie die Amplitude jedes einzelnen Operators über eine 32-stufige Hüllkurve steuern, welche natürlich zum Songtempo synchronisierbar ist. In der FM-Matrix kann man auch aus diversenTemplate- Algorithmen wählen, wobei auch die des DX-7 dabei sind. Ebenso kann man natürlich auch seine eigenen FM-Verknüpfungen als Template abspeichern. Die Modulationseinstellungen wie auch die Hüllkurven-, Pitch- und Keyscale-Einstellmöglichkeiten verfügen nochmals über je ein eigenes Fenster, in dem umfangreich auf die einzelnen Elemente eingegangen werden kann.

 

Easy-Morph Page

Easy_Morph.jpg

Bild: Easy-Morph Page

Die Easy-Morph Page ermöglicht es, auch Nicht-FM-Synthese-Kennern einen schnellen Zugriff auf synthesizertypische Parameter zu gewähren. Unter der Haube werden die dabei oft etwas kompliziert zusammenhängenden FM-Parameter in die gewünschte Richtung gebogen, so dass man als Kenner von klassischen analogen Synthesizern bei der Soundschrauberei etwas schneller vorankommt. Man kann festlegen, wie stark Rate, Vibrato, Timbre und Tremolo vom LFO beeinflusst werden. Desweiteren wird es einem hier ermöglicht mit nur 5 Reglern die Timbre (also Klangfarbe) zu verändern. Detune, Brightness, Harmonic, sowie Env-Amount und Velocity stehen zur Auswahl, auch die Amp-Envelope lässt sich hier global einstellen. Ausserdem kann man hier sehr übersichtlich kurz jeden einzelnen Effekt an- oder abschalten und die globale Effektbeimischung über einen einzigen Regler bestimmen. Gerade für Live-Situationen oder für ein schnelles Schrauben und leichtes Soundverändern ist diese übersichtliche Seite gut geeignet - ich hatte sie als Standardseite meistens angewählt. Da sämtliche Regler in einen positiven oder negativen Wertebereich eingestellt werden können, kann man die jeweilige Klangfarbe nicht nur verstärken sondern auch abschwächen. Sehr gut gefällt mir der Stereo-Width Regler, mit dem man, anders als mit den meisten Stereo-Manipulatoren die nur an der Phase drehen, die 8 Operatoren im Stereofeld weiter oder schmaler plazieren kann. Die Ergebnisse klingen dadurch wirklich sehr stereo und bleiben besser monokompatibel als wenn man nur einen x-beliebigen Stereo-Enhancer auf den Klang legt.

Ein weiteres neues Feature, was der FM-7 noch nicht bot, findet sich auch auf der Easy-Morph Page: Das sogenannte Morph-Feld. In diesem kann man dann innerhalb des jeweiligen Sounds wie mit einem X/Y Controller (der sich hier als Midi Controller anbietet, die Daten sind natürlich per Midi aufzeichenbar) morphen und ihn regelrecht „durchfahren“ (die FM-7 Library-Sounds unterstützen diese Funktion jedoch nicht). Dies ist der Lebendigkeit von beispielsweise Flächenklängen sehr dienlich, auch bei Loops kann man dann in die vier jeweils entsprechend betitelten Felder wie „decaying drums“, „reverse delays“, „why me“ oder „even stranger“ den Sound frei hin- und herfahren. Hier hat man wirklich sehr kreativen Spielraum, um sehr bewegte Klangverläufe vielfältigster Art zu erstellen. Auch das Erstellen und durchmorphen von bis zu 4 eigenen Timbres eines Sounds ist möglich. Diese kann man dann in die 4 Ecken des Morph-Feldes anordnen und so auch zwischen diesen frei hin-und herfahren.

Auch eine zweite Morphvariante ist mit diesem Morph-Feld möglich: Man kann das Feld mit mehreren verschiedenen Sounds bestücken, indem man jeweils ein anderes Preset in jedes der vier Felder zieht. Bei meinen Versuchen zwischen verschiedenen Sounds (genauer gesagt zwischen den Timbres dieser Sounds) zu morphen fand ich jedoch, dass ein Echtzeitmorph, egal zwischen welchen Sounds, sich kaum musikalisch gebrauchen lässt, da doch starke Sprünge zwischen den einzelnen Morphingstufen auftreten. Ausserdem ändert sich ständig die Tonhöhe, wodurch das ganze oft klingt, als würde man eine Tastatur rauf und runter spielen. Sinnvoll ist dieses Morph-Feld wohl also doch eher nur für das Morphen der Timbres von einem einzelnen Sound. Ein Blick in das Handbuch verrät, dass das daran liegt, dass die Operator-Wellenformen nicht stufenlos gemorpht werden können, sondern nur umgeschaltet werden – das erklärt natürlich den stufigen Klang. Toll wäre es natürlich, wenn man diese vielleicht in der Zukunft auch wirklich morphem könnte, denn durch das harte Umschalten finde ich diese Art des Morphens eigentlich unbrauchbar.

Soundbeispiel

4 Morph

 

Master-Page

Auf der Master Page finden sich genau die Parameter, die man dort eben auch erwarten würde: Globale Einstellmöglichkeiten für Output, Input, Unisono, Portamento, Polyphonie usw. – ein schöner Zusatz sind hier die Regler „Analog“ und „Digital“, die, je nach Zumischungsgrad, dem Klang den entsprechenden Charakter verleihen.

 

Der Arpeggiator

Arpeggiator.jpg

Bild: Arpeggiator

Der Arpeggiator des FM-8 ist sehr vielseitig und verfügt über so ziemlich alle Funktionen die man sich nur wünschen kann – eigentlich kommt er damit fast schon einem Step-Sequencer gleich. Man hat insgesamt bis zu 32 Steps zur Verfügung, über die man 5 verschiedene Timing-Raster legen kann. Die Anzahl der Steps ist von 1-32 frei einstellbar und wandert per Lauflicht strikt durch sobald der Arpeggiator aktiviert ist. Durch die freie Stepanzahl-Einstellmöglichkeit ist es sehr leicht, auch ungewöhnliche Takte und Muster zu erzeugen. Accent, Shuffle, Transpose, Octave sowie Note Order und Note Length sind ebenfalls Parameter, die dieser umfangreiche Arpeggiator anbietet. Die Random-Funktion, die ebenfalls auf so ziemlich jeden Parameter anwendbar ist, kann oftmals auch eine inspirierende Hilfe bei der Programmierung origineller Rythmussequenzen sein. Die veränderten oder selbst erstellten Arpeggiator-Pattern kann man dann als Template speichern – es werden jedoch auch 48 vorgefertigte Muster ab Werk mitgeliefert, durch die man sich erstmal durchhören kann. Insbesondere in den rythmischen Soundbeispielen und den Drumloops ist das Wirken des Arpeggiators gut zu hören.

 

Effects-Page

Effects.jpg

Bild: Arpeggiator

FM-8 verfügt über 12 Effekte, mit denen man den Sounds den letzten Schliff geben kann. Zur Auswahl stehen: Overdrive, Tube Amp, Cabinet, Shelving EQ, Peak EQ, Talk Wah, Phaser, Flanger, Tremolo, Reverb, Psyche Delay, und ein Chorus/Delay. Die Effekte sind einzeln zu- und abwählbar und erscheinen dann untereinander sehr übersichtlich im Effect-Fenster. Jeder Effekt kann ausreichend über seine typischen Parameter feingetuned werden. Die Effekte sind natürlich auch alle gleichzeitig einsetzbar und können im Dry/Wet Anteil frei dazugemischt werden. Klanglich sind sie auf der Höhe der Zeit und fügen sich gut in den FM-8 Grundsound ein. Sehr schön ist, dass man die erstellten Effektkombinationen als Template selbst abspeichern kann. Von diesen Templates stehen ausserdem, wie bei dem Arpeggiator auch, schon 48 vorkonfigurierte Kombinationen zur Auswahl.

Fazit

Mit dem FM-8 haben die Programmierer nahezu alles richtig gemacht: Der Softsynth ist übersichtlich und einfach zu bedienen (bei tieferen Eingriffen Verständnis der FM-Synthese vorausgesetzt), durch die vereinfachte Easy-Page kommen auch Neulinge schnell zu Ergebnissen. Der KORE-Browser ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken und bei der Klangsuche aus der Vielzahl der Presets gut anwendbar. Eine ebenso umfangreiche und gut klingende Effektsektion zusammen mit dem schon an einen Step-Sequenzer grenzenden Arpeggiator runden das Bild ab. Nicht zu vergessen ist die Morphing-Funktion der neuen FM-8 Sounds, die einem sehr abwechslungsreiche und lebendige Fahrten durch die Sounds ermöglicht und in der Anwendung entsprechend Spass macht. Lediglich beim Bestücken des Feldes mit mehreren verschiedenen Presets haben mich die Ergebnisse etwas enttäuscht, da das Morphen zwischen diesen doch sehr kantig und stufig klang.

Sehr angenehm, und heutzutage ja auch immer seltener zu finden, ist das Ressourcenverhalten des FM-8. Die Leistungsanzeige auf meinem Intel- Quadcore PC Q6600 2,4 GHz war bei ausgeschaltetem High-Resolution Modus pro Sound nicht über 5 % zu kriegen, bei den allermeisten Sounds lag sie sogar nur zwischen 1-3 Prozent ! Somit kann man vom FM-8 auch auf älteren Computern viele Instanzen fahren, was auch Sinn macht, da er sämtliche Soundbereiche abdeckt und eine weit gefächerte Soundvielfalt bietet. Wenn man in den Optionen den High-Resolution Modus aktiviert, verdoppelt sich die Prozessor Last bei den meisten Klängen. Dafür klingen manche dann noch etwas high-endiger (was gar nicht immer unbedingt zu dem Sound passt oder gewollt ist). Aber auch unter der erhöhten Auflösung war der FM-8 nicht über die 8-Prozent Leistungsmarke zu bringen. Wer auf den typischen Klang der FM-Synthese steht und/oder ein alter DX-7 Liebhaber ist, ist mit dem FM-8 bestens bedient. Durch die zusätzlichen Effekte und erweiterten Programmier-Features dieses Software-Synths kann man ältere importierte Klangprogramme auch noch deutlich aufwerten und sie auch in heutzutage aktuellen Produktionen einsetzen.

 

Soundbeispiele

Soundbeispiel 1: Diverse FM-7 Library Sounds

Soundbeispiel 2: Diverse FM-8 Sounds

Soundbeispiel 3: Original DX-7 Sounds Importiert

 

Plus:

  • sehr vielseitiger und hochwertiger Klang
  • Import von klassischen FM-Soundprogrammen - damit Nutzung unzähliger klassischer Synthsounds möglich
  • Morphing-Funktion bei Einzelsounds sehr kreativ verwendbar
  • übersichtliche Bedienung
  • bereits 960 Presets ab Werk
  • sehr ressourcenschonend bei trotzdem amtlichen Klang

Minus

  • Morphing Funktion zwischen verschiedenen Klängen klingt sehr stufig

Preis: 179,- Euro


 

PC Windows 7 / Vista / XP, Pentium® / Athlon 1.4 GHz, 1 GB RAM

Mac OSX: 10.5, Intel Core Duo 1.66 GHz, 512 MB RAM


Link: Native Instruments

Produktlink: FM8


GUITAR RIG 4 PRO



 
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